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Uhren als Investment

Robert-Jan Broer ist Gründer des Online-Magazins Fratellowatches. 2017 durfte er gemeinsam mit seinem Team sein eigenes Speedmaster-Uhren-Modell für das Top-Label Omega kreieren. Uns verrät der Unternehmer mit Faible für Vintage-Watches exklusiv, von welchen Modellen er sonst noch träumt.

 


Robert Jan Broer machte sein Hobby zum Beruf und wurde vom Uhren-Blogger zum angesehenen Magazinmacher.

Es gibt ein riesiges Interesse an Vintage-Uhren – man denke nur an die Rolex Daytona von Paul Newman, die gerade für 17,8 Millionen US-Dollar verkauft wurde. Woher kommt dieser Hype?
Es ist cool, eine Vintage-Uhr zu besitzen und zu tragen. Es ist heute nicht mehr einfach nur die Uhr vom Vater oder Großvater, sondern man kann diese Uhren im Alltag wirklich wieder tragen. Diesen Trend gibt es nun seit einigen Jahren, aber um ehrlich zu sein, hat es ein bisschen gedauert. Auf unserer Seite Fratellowatches begleiten wir den Trend schon seit vielen Jahren, genau wie es unsere Kollegen von anderen Uhrenwebsites gemacht haben. Nun bekommt das Thema endlich eine größere Aufmerksamkeit. Die Leute verstehen, dass manche von diesen 40, 50 Jahre alten Uhren Geschichten erzählen, die man mit einer neuen Uhr nicht kaufen kann.

Welche Uhr sollte jeder Mann besitzen?
Das ist natürlich eine Frage des Budgets und des Geschmacks. Aber es gibt für jeden Geldbeutel etwas cooles, das ist die gute Nachricht! Den Seiko Chronograph „Pongue“ zum Beispiel, den gibt’s für ein paar hundert Euro und er hat eine feste Stellung in der Geschichte der Raumfahrt – weil er von dem NASA-Astronaut Pogue während der Mission Skylab 4 getragen wurde. Ein anderes Beispiel ist natürlich die Omega Speedmaster Professional Moonwatch, ein Breitling Navitimer oder die Rolex GMTMaster und Submariner. Wenn die Ressourcen unbegrenzt sind, dann ist sicher Patek Philippe mit seiner Nautilus oder seine Uhr mit Komplikationen eine gute Wahl, ein Klassiker ist auch eine Audemars Piguet Royal Oak.

Was war Ihre erste Uhr und warum und wann haben Sie beschlossen, aus Ihrer Leidenschaft ein Business zu machen?
Ich hatte schon als Kind eine Uhr mit Handaufzug, ich glaube es war eine Kienzle oder Jungans. Aber natürlich, geboren 1977 war ich ein totales Kind der 1980er und fand damals Casio oder Swatch viel cooler. Ich liebte alles digitale. Meine erste bewusst gekaufte Vintage-Uhr war dann eine Omega Seamster 600, eine 34mm Handaufzug-Omega aus den 1960ern mit einem Zifferblatt, das schöne Patina hatte. Das muss 1997 oder 1998 gewesen sein, meinen Uhrenblog startete ich dann 2004 und über die Jahre ist er zu einem Online-Magazin über Uhren gewachsen. Schon seit der Gründung des Blogs hatte ich davon geträumt, einmal davon leben zu können. Rund zehn Jahre später hängte ich meinen Job als Investmentbanker an den Nagel und wandelte meine Leidenschaft zum Vollzeitunternehmen. Aber es fühlt sich immer noch an, als hätte ich vor Jahren das letzte Mal gearbeitet: Sein Hobby zum Beruf zu machen ist großartig!


Ein Chronograph schreibt Geschichte. Die «Seiko Pogue» ist nach dem Astronauten William Pogue benannt und gilt als die erste automatische Chronographen-Armbanduhr, die im Weltraum war.

Gibt es noch Uhren, die Sie gerne besitzen würden?
Auf jeden Fall. Aber noch mehr wünschte ich, ich hätte bestimmte Modelle vor Jahren gekauft, als sie mir angeboten wurden und ich sie aus irgendwelchen Gründen nicht genommen habe. Das massive Interesse an Vintage-Uhren hat natürlich auch die Preise einiger Uhren, die ich geliebt habe, nach oben getrieben und die nun für mich unerreichbar teuer sind. Ich bin eigentlich zufrieden mit meiner bescheidenen Sammlung an Uhren, aber ich würde nichts dagegen haben, eine Vintage Speedmaster aus 1962 oder früher noch hinzuzufügen. Und eine Rolex Explorer II 1655, eine Patek Philippe Nautilus 3700/1 oder eine frühe Royal Oak. Aber es gibt auch Modelle, die nicht so teuer sind, wie eine Grand Seiko aus den 1960ern – aber diese Uhr würde erfordern, dass ich ein bisschen tiefer ins Thema einsteige und diese Zeit habe ich derzeit einfach nicht.

Was raten Sie jemandem, der seine Sammlung beginnt?
Erstens: Mach deine Hausaufgaben, bevor du kaufst. Es gibt da draußen so viele Informationen, gedruckt oder online. Zweitens: Kauf was dir gefällt und nicht was man dir nahelegt.

Lohnt sich das Uhrensammeln nur aus Investmentsicht? Manche Uhren verzeichnen Wertsteigerungen, da wird jedem Aktienhändler schwindelig. Aber das treibt einen echten Sammler nicht an, richtig?
Nun, es gibt zwei Arten von Sammlern. Die einen, die Vintage-Uhren kaufen und gerne damit spekulieren und die anderen, die sie einfach sammeln. Es bleibt aber immer ein Glückspiel, ob deine Uhr viel Wertsteigerung hat und es gibt viele wichtige Faktoren, die da eine Rolle spielen. Ich jedenfalls bin klar ein Vertreter der zweiten Kategorie, ich liebe es zu sammeln, nicht zu spekulieren.


Es gibt verschiedene Versionen der Speedmaster CK2998, sie alle wurden zwischen 1959 und 1962 gefertigt.

15.000 Euro Budget – eine Vintage-Uhr oder eine neue?
Das hängt natürlich vom Typ ab. Für mich wäre alles klar: Eine Vintage-Uhr.

Wie sieht ihr perfekter #Speedytuesday aus?
Nichts geht über ein Treffen mit anderen Speedmaster-Fans und ein bisschen fachsimpeln über das Modell, jemandes letzten Kauf oder die Rolle der Uhr auf der Raumfahrmission.


Die Speedy Tuesday ist vom Originalmodell der „Speedmaster Alaska III“ aus dem Jahr 1978 inspiriert.


Den Blog Fratellowatches gibt es seit 2004. Was als kleine private Plattform angefangen hat, ist heute ein wichtiges Online-Magzin für Uhrenfans. Mehr Infos und Uhren gibt es unter www.fratellowatches.com zu entdecken.
 

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