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Bauhaus – eine lebendige Ideenschule

Als Walter Gropius und Henry van de Velde die Kunstschule 1919 gründeten, strebten sie eine Symbiose von praktischem Handwerk und künstlerischer Architektur an. Was utopisch klang, wurde zum Leitbild internationaler Architektur.

 

Kühne, rationale und funktionale Entwürfe – das ist Bauhaus. Es ist eine Abgrenzung der Kunst gegenüber der damaligen Industrialisierung, eine Wiederbelebung des Handwerks. Mit dem zentralen Statement aus dem Gründungsmanifest: „Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau", betrachtete man die Architektur fortan als Gesamtkunstwerk. In den Anfangsjahren, als das das „Staatliche Bauhaus“ seinen Platz in Weimar hatte, prägte das erste Projekt 1923 – das Musterhaus am Horn – maßgeblich den Stil der Schule. Die „Neue Sachlichkeit“ galt damals als kalt, karg und maschinell. Nach sechs Jahren in Weimar zog die Schule um nach Dessau, wo in der „Hochschule für Gestaltung“ erstmals Möbel aus Stahlrohr entworfen wurden. Die ersten Freischwinger-Sessel, wie das berühmte Modell von Ludwig Mies van der Rohe, entstanden hier. 1932 verlegte man das Bauhaus als private Einrichtung nach Berlin, wo es bereits ein Jahr später von den Nationalsozialisten zur Schließung gezwungen wurde.

Ab den 1930er Jahren errichteten jüdische Bauhaus-Architekten in Tel Aviv mehr als 400 Gebäude im gleichnamigen Stil, weshalb die Stadt in Israel seit 2003 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes ist. Andere Mitgründer und Vertreter des Bauhaus-Stils wanderten in die USA aus, wo sich der Stil vor allem im Produktund Kommunikationsdesign durchsetzte. Das Bauhaus war – trotz seiner eher kurzen Lebenszeit von 14 Jahren – die einflussreichste Bildungsstätte für Architekten, Designer und Künstler und weltweite Heimstätte für die klassische Moderne. Sie prägt bis heute wesentlich das Bild aller modernen Strömungen.


Parallel zur Errichtung des Bauhausgebäudes wurde Walter Gropius von der Stadt Dessau mit dem Bau von drei baugleichen Doppelhäusern für die Bauhausmeister und eines Einzelhauses für den Direktor beauftragt. Errichtet wurden sie in einem, an der heutigen Ebertallee gelegenen, Kiefernwäldchen.


Zum Schmökern: Im Bauhaus Center in Tel Aviv gibt es eine Boutique voller Schätze aus der Bauhauszeit – von Uhren und Miniaturmöbeln bis hin zu alten Büchern.

1983: Das Bauhaus in Dessau war die zweite Station der Kunstschule. In der sogenannten „Hochschule für Gestaltung“ wurden erstmals Möbel aus Stahlrohr entworfen.

Der „Barcelona-Sessel“ von Mies van der Rohe wird heute von Knoll International produziert. In dieser Form gab es ihn nur in einer limitierten Auflage.


Zum 100-jährigen Jubiläum widmete sich das NRW-Forum in Düsseldorf bis März dieses Jahres der Fotografie im Bauhaus-Stil.


Impressionen aus dem internationalen Ausstellungshaus für Fotografie, Pop und digitale Kultur im NRW-Forum Düsseldorf.

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