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Die Herrschaft der Extravaganz

Pompös, verspielt und auffallend, so lässt sich der Barockstil am besten beschreiben. Von manchen geliebt, von anderen als Kitsch abgetan, ist er bis heute einer der beliebtesten Einrichtungsstile. Was für ihn charakteristisch ist und wie der Einrichtungsstil gelingt, zeigt Style Director.

 

Unter der Herrschaft Ludwig XIV. feierte die Epoche des Barock ihren ultimativen Höhepunkt. Die Hochzeit des sogenannten Sonnenkönigs war der Inbegriff von Glanz und Gloria. Während seiner Regierungszeit entstanden prunkvolle Bauten voll unvergleichlicher Schönheit. Das Bekannteste davon ist gewiss das Schloss Versaille.

 

Der Ursprung

Der Name Barock leitet sich vom italienischen Wort barocco ab und bezeichnet etwas Schiefes, Unregelmäßiges. Die italienische Kirche wollte sich von der protestantischen abgrenzen. Deshalb beauftragte sie Maler und andere Künstler im 16. Jahrhundert, die Kirchen und damit den katholischen Glauben als etwas Prunkvolles darzustellen.

Zuvor klare Formen wie die der Renaissance wurden dabei sehr übertrieben verziert und waren danach teilweise kaum mehr erkennbar. Was blieb, waren die Symmetrien. Neu dazu kamen Emotionen und Bewegung. Auch in Gedichten, wie denen von Andreas Gryphius spielte der Barock eine Rolle, wenn auch keine positive.

Geprägt durch den Dreißigjährigen Krieg sah er die barocke Kunst als sinnlos und übertrieben und spielte in seinen Gedichten mit den Gefühlen der Vergänglichkeit und des Verfalls.  Von Italien breitete sich der Stil in der Mitte des 17. Jahrhunderts in ganz Europa aus, ehe die Stilrichtung Mitte des 18. Jahrhunderts ihr Ende fand.

(c) Unsplash

 

Typische Merkmale

Auffallen um jeden Preis! Das war und ist bis heute die Leitlinie des Barocks. Der Stil pulsiert, er sorgt für Aufsehen und spaltet teilweise die Gemüter. Die einen feiern die aufwendigen Verzierungen, schätzen das Besondere, die anderen halten es für maßlos übertrieben und gar kitschig. Im Fokus stehen Detailverliebtheit und der absolute Genuss des Schönen.

Charakteristisch sind zum Beispiel mit Stuck verzierte Decken, wie man sie auch heute noch in Altbauten findet. Bunte Farben, viel Licht und Verzierungen – wo immer möglich – gehören ebenso dazu. Der Spiegel ist im Barock mehr als nur Mittel zum Zweck. Er ist Dekoration und ein Symbol vergänglicher Schönheit. Zudem finden darauf auch oft aufwendige Malereien ihren Platz.

 

So geht Barock

Zu viel Barock kann schnell übertrieben und erdrückend wirken. Vor allem, wenn Wohnung oder Haus nicht über die nötige Helligkeit und Großzügigkeit verfügen. Wer klein (bitte auf nur einer Wandseite) anfangen möchte, wählt Tapeten im Brokat-Look, meist in dunklem Rot oder Violett, verziert mit goldenem oder silbernem Muster.

Auch Möbel im Chesterfield-Look, wie ein Sofa, eine Bank oder auch ein Bett sind Eye-Catcher im Barockstil. Cremetöne sind die typischen Farben, wenn es um Stoffe geht. Vorhänge oder Sitzbezüge in diesen Farben wirken sehr edel und erinnern an den typischen Goldton.

Wer Wert auf schön gedeckte Tische im Barockstil legt, verwendet am besten Kristallgläser und goldene Dekoration. Sie leben nicht in einer Altbauwohnung? Kein Problem. Stuck können Sie sich auch nachträglich von einem Maler an der Decke anbringen lassen.

 

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